DBU Forschungsprojekt

OT World als Reallabor für Kreislaufwirtschaft

Mai 2026

Die Leipziger Messe beteiligt sich als offizieller Partner am Forschungsprojekt „Kreislaufwirtschaft in der Messewirtschaft“ (KRIDEM). Ziel ist es, Prinzipien der Circular Economy in der Messebranche praktisch zu erproben. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) unterstützt das Vorhaben mit rund 150.000 Euro.

Im Mittelpunkt steht der Nexus-Ansatz, der Material-, Energie-, Wasser- und Abfallströme ganzheitlich betrachtet und ihre Wechselwirkungen analysiert. Damit sollen alle Prozesse rund um die Messe – von Logistik und Catering über Standbau bis zur Entsorgung – auf Kreislauffähigkeit geprüft werden.

Die OTWorld, Fachmesse und Weltkongress für Orthopädie-Technik, Orthopädieschuhtechnik, Reha-Technik und Kompressionstherapie, dient als Praxisbeispiel in dem Forschungsprojekt. Sie findet vom 19. bis 22. Mai 2026 in Leipzig statt und feiert ihr 50. Jubiläum. Erwartet werden über 20.000 Fachbesucherinnen und -besucher aus mehr als 90 Ländern sowie rund 550 Aussteller. „Für uns ist das eine Chance, die Messebranche aus einer neuen Perspektive zu betrachten. Wir möchten verstehen, welche Hebel wir gemeinsam mit unseren Partnern nutzen können, um Ressourcen zu schonen und nachhaltige Strukturen aufzubauen – und welche Vorteile das auch für unsere Aussteller bringt, um sich zukunftsfähig aufzustellen“, sagt Antje Voigtmann, Projektdirektorin der OTWorld.

Im Rahmen des Projekts wird ein Circular Scan durchgeführt, der Stoffströme und organisatorische Strukturen analysiert. So sollen konkrete Handlungsfelder für Ressourcenschonung und Wiederverwendung definiert werden. „Die Leipziger Messe geht hier mutig voran und schafft eine Datengrundlage, von der die gesamte Branche profitieren kann“, sagt Jürgen May, Geschäftsführer der CSR-Agentur 2bdifferent.

Zum ersten Mal wird Kreislaufwirtschaft in der Messebranche wissenschaftlich fundiert und praxisnah untersucht. “Unser Ziel ist es, daraus übertragbare Handlungsempfehlungen und Geschäftsmodelle zu entwickeln, die Messegesellschaften und ihre Partner langfristig resilienter machen,“ fasst Prof. Dr. Kim Werner zusammen. „Das Projekt ist ein wichtiger Schritt für die Transformation der Branche“, unterstreicht auch Barbara-Maria Lüder, Managerin Nachhaltigkeit beim AUMA, der das Projekt unter der Leitung der Hochschule Osnabrück zusammen mit 2bdifferent, imb troschke sowie die Fachmedienmarke tw tagungswirtschaft & m+a report unterstützt.

Das Projekt läuft von Januar 2025 bis Dezember 2026.

Weitere Informationen: https://www.hs-osnabrueck.de/kridem

WUM Brand Spaces

OBO-Messestand zur Light + Building erhält Better-Stands-Silver

April 2026

Veränderung zeigt sich in Entscheidungen. In der Frage, ob ein Messestand nur für wenige Tage gedacht ist – oder für viele Einsätze. Ob Materialien einmal genutzt werden – oder Teil eines Systems werden, das weiterlebt.

Auf der Light + Building 2026 wurde der Messestand von OBO Bettermann mit dem Better-Stands-Silver-Zertifikat ausgezeichnet. Ein sichtbares Zeichen dafür, dass Wiederverwendung und modulare Planung längst Teil moderner Messekonzepte geworden sind.

Ein Teil der WUM Gruppe, WUM Brand Spaces, hat dieses Projekt umgesetzt. Mit einem klaren Ziel: einen Stand zu entwickeln, der nicht nur funktioniert, sondern weitergedacht ist. Modular geplant, dokumentiert und darauf ausgelegt, mehrfach eingesetzt zu werden.

Better Stands bewertet nicht das Erscheinungsbild eines Messestandes, sondern seine Struktur. Wie konsequent Materialien wiederverwendet werden können. Wie sorgfältig geplant wird. Und wie transparent der Weg vom Aufbau bis zur nächsten Nutzung ist.

Dass dieses Projekt das Silver-Level erreicht hat, ist deshalb mehr als ein Zertifikat. Es zeigt, dass Kreislaufdenken im Messebau zunehmend zur Praxis wird – Schritt für Schritt, Projekt für Projekt.

Für die WUM Gruppe ist das ein guter Moment, eine Bestätigung unseres Weges: Ressourcen bewusster einzusetzen, Systeme weiterzuentwickeln und Messestände so zu denken, dass sie Bestand haben.

Die Zukunft des Messebaus entsteht nicht nur auf der Fläche. Sie entsteht in der Planung. Und genau dort beginnt Veränderung.

Rezertifizierung WUM Brand Spaces

Dezember 2024

Nachhaltigkeit als Prozess – nicht als Ziel

Nachhaltigkeit entsteht durch Entscheidungen, die jeden Tag getroffen werden. Für die WUM Gruppe gehört dieser Gedanke seit vielen Jahren zum Selbstverständnis. Mit der Rezertifizierung nach ISO 20121 Ende 2024 wurde dieser Weg nun erneut bestätigt – als Teil eines kontinuierlichen Entwicklungsprozesses.

Die internationale Norm ISO 20121 richtet sich an Unternehmen aus der Messe- und Eventbranche und definiert Anforderungen an ein nachhaltiges Managementsystem. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht einzelne Projekte oder kurzfristige Maßnahmen, sondern die Frage, wie Nachhaltigkeit langfristig und strukturell im Unternehmen verankert wird.

Für Denis Beutler, geschäftsführender Gesellschafter der WUM Gruppe, ist Nachhaltigkeit deshalb keine Reaktion auf aktuelle Entwicklungen, sondern ein grundlegender Bestandteil unternehmerischen Handelns.

„Nachhaltigkeit ist für uns kein Trend“, beschreibt er im Gespräch. „Ohne nachhaltiges Wirtschaften hätten wir langfristig weder wirtschaftlich noch als Arbeitgeber eine Zukunft.“

Bereits 2012 war das Unternehmen nach dem Branchenstandard „Sustainable Company“ zertifiziert. Mit steigenden Anforderungen an Transparenz und Nachweise fiel die Entscheidung, den nächsten Schritt zu gehen und die Prozesse nach ISO 20121 zertifizieren zu lassen.

Begleitet wurde dieser Weg durch die SGS als Zertifizierungspartner. Besonders wichtig war dabei der praxisnahe Ansatz: nicht nur Nachhaltigkeit zu bewerten, sondern nachhaltige Prozesse tatsächlich in den Unternehmensalltag zu integrieren.

Genau darin liegt auch die Stärke der ISO 20121.
Die Norm schreibt keine festen Maßnahmen vor, sondern schafft ein System, das kontinuierliche Verbesserung ermöglicht – ökologisch, sozial und wirtschaftlich.

Romina Specht, Sustainability Officer der WUM Gruppe, begleitet diesen Prozess operativ. Für sie beginnt nachhaltiges Handeln vor allem bei klaren Verantwortlichkeiten und funktionierenden Strukturen.

Dazu gehören unter anderem der Ausbau eines systematischen Maßnahmenmanagements, die Berechnung des Corporate Carbon Footprints für 2024, Stakeholder-Befragungen sowie die Entwicklung eines Lieferantenbewertungssystems unter Nachhaltigkeitskriterien.

Nachhaltigkeit wird dadurch messbarer – und gleichzeitig konkreter im Alltag.

Auch Kunden profitieren zunehmend von dieser Entwicklung. Unternehmen, die selbst unter die CSRD-Berichtspflicht fallen, benötigen verlässliche Kennzahlen und transparente Prozesse entlang der Wertschöpfungskette. Genau hier entstehen neue Anforderungen an Partner und Dienstleister innerhalb der Messe- und Eventbranche.

Gleichzeitig geht der Anspruch der WUM Gruppe über reine Nachweisbarkeit hinaus. Ressourcenschonung, Emissionsreduktion und verantwortungsvolle Prozesse sollen nicht nur dokumentiert, sondern aktiv mitgestaltet werden – gemeinsam mit Kunden, Partnern und Mitarbeitenden.

Denn nachhaltige Entwicklung endet nicht mit einer Zertifizierung.

Sie beginnt dort, wo Unternehmen bereit sind, Prozesse zu hinterfragen, Verantwortung zu übernehmen und Veränderungen dauerhaft mitzudenken.